Konfliktmanagement und systemische Organisations-mediation

Zertifikatslehrgang

Konflikte klären. Beziehungen transformieren. Die Organisation entwickeln.

Eine professionelle Ausbildung in Mediation mit Schwerpunkt auf Konflikten in Organisationen. Berufsbegleitend, praxisorientiert und als persönlicher Entwicklungsweg angelegt.

FormatBerufsbegleitender Zertifikatslehrgang
ZeitraumMärz 2027 bis April 2028
PräsenzmoduleVier Module:
21.–24. März 2027
13.–16. Juni 2027
28. November–1. Dezember 2027
19. –22. Februar 2028 
OnlineVier Webinare je drei Stunden zur Online-Mediation und drei Webinare je drei Stunden zur Rechtskunde. 
Virtuelle Übungsgruppen zwischen den Modulen.
Umfang120 Zeitstunden Präsenz, 20 Zeitstunden virtuelle Präsenz, mindestens 12 Zeitstunden virtuelle Übungsgruppen, Literaturstudien 

Experten-Webinar „Der Konflikt als Seismograf der Organisation“ am 08.10.2026 um 18:00 Uhr mit Rudi Ballreich

Was Spannungen über Führung, Rollen, Strukturen und Kultur sichtbar machen.

Im Webinar gibt der Konfliktexperte Rudi Ballreich Einblicke in seine Arbeit als Mediator und Organisationsberater. Anhand konkreter Praxisbeispiele zeigt er, wie ein positives Konfliktverständnis neue Perspektiven auf Führung, Zusammenarbeit und organisationale Entwicklung eröffnet.

Der besondere Fokus des Webinars liegt auf der Frage, wie das zwischenmenschliche Feld der Kommunikation und Konfliktentfaltung mit den Systemelementen einer Organisation verknüpft ist und wie Spannungen frühzeitig erkannt, verstanden und für Entwicklung nutzbar gemacht werden können.

Konflikte sind deshalb nicht nur Störungen. Wie ein Seismograf können sie sichtbar machen, wo in einer Organisation etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Konflikte in Organisationen entstehen zwischen Menschen, und zugleich in einem Geflecht aus Rollen, Beziehungen, Strukturen, Arbeitsprozessen, Zielen und kulturellen Mustern. Wer sie professionell bearbeiten will, braucht mehr als ein Mediationsschema: diagnostische Urteilskraft, ein flexibles Repertoire an Vorgehensweisen und die Fähigkeit, auch in emotional aufgeladenen Situationen präsent und handlungsfähig zu bleiben.

Der Lehrgang qualifiziert dich, Konflikte auf allen Ebenen einer Organisation zu verstehen und zu bearbeiten: in der eigenen Person, zwischen einzelnen Menschen, in und zwischen Teams sowie im organisationalen System. Du lernst, die jeweils passende Form zu wählen, vom Konfliktcoaching und moderierten Klärungsgespräch über transformative Mediation bis zur systemischen Organisationsmediation.

„Systemische Organisationsmediation hat eine transformierende Kraft. Sie bewirkt Versöhnung zwischen den Streitenden, Lösungen für die Streitthemen, Lernprozesse im Umgang mit Konflikten und Verbesserungen im organisationalen System.“ Rudi Ballreich, Lehrgangsleitung

Lehrgangsleitung und Lehrteam

Rudi Ballreich

Gesamtleitung

Rudi Ballreich ist Organisationsberater, Managementtrainer und Mediator seit 1994 sowie Geschäftsführer der Concadora GmbH. Gemeinsam mit Friedrich Glasl konzipierte und leitete er von 2004 bis 2023 den im deutschsprachigen Raum maßgeblichen Lehrgang für „Konfliktmanagement und Mediation in Organisationen“. Er ist Co-Autor der Lehrbücher „Mediation in Bewegung“ und „Praxishandbuch Konfliktmanagement und Mediation in Organisationen“ sowie des zehnstündigen Lehrfilms „Konfliktbearbeitung mit Teams und Organisationen“. Lizenzierter Ausbilder Mediation BM®, Lehrtrainer BMWA®, Leiter des BMWA® -Ausbildungsinstituts an der Universität Witten/Herdecke, dort auch Lehrauftrag im MBA und fachliche Leitung des Lehrgangs „Transformationsmanagement und systemische Organisationsentwicklung“. Von 2012 bis 2026 Mitglied des Redaktionsbeirates der Zeitschrift KonfliktDynamik. 2020 wurde ihm der D.A.CH-Mediations-Award verliehen. 

Anne Rickert

Co-Leitung & Online-Mediation

Anne Rickert ist lizenzierte Mediatorin (BM®) sowie Mediationsausbilderin (BM®), und gilt als eine der führenden Expertinnen für Online-Mediation in Deutschland. Darüber hinaus bringt sie mehr als 15 Jahre Erfahrung als (Online-)Moderatorin und (Online-)Trainerin für Konfliktkompetenz mit und arbeitet als Mediationssupervisorin und Konfliktcoach für Führungskräfte. Ende 2019 gründete sie das Institut Online Mediation & Moderation (IOM), das sie leitet. 2023 erschien bei Springer ihr Fachbuch „Online-Mediation. Konfliktklärung im virtuellen Raum“ – das maßgebliche deutschsprachige Werk zu diesem Feld: von souveräner Online-Präsenz und Stimme über die Umsetzung des Mediationsverfahrens im virtuellen Raum bis zu interkulturellen Settings und Großgruppenprozessen. Im Lehrgang gestaltet sie die Präsenzmodule mit und leitet die Webinare zur Online-Mediation.  

Prof. Dr. Cristina Lenz

Rechtskunde

Prof. Dr. Cristina Lenz ist Rechtsanwältin und seit Jahrzehnten in der Wirtschaftsmediation tätig. Sie ist Lehrstuhlinhaberin an der University of Applied Sciences Weihenstephan-Triesdorf bei München für Baurecht und kooperative Verfahren wie Mediation und Harvard-Verhandlung. Dort war sie fast 8 Jahre Dekanin. An der Karl-Franzens-Universität Graz hat sie den Masterlehrgang „Mediation, Negotiation, Communication and Conflict Management“ etabliert und hat die wissenschaftliche Leitung inne. Sie ist zertifizierte Wirtschaftsmediatorin BMWA® Mediation, Lehrtrainerin BMWA®, in Österreich eingetragene Mediatorin und seit 1998 im Vorstand des Bundesverbands Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt (BMWA). Als Expertin wirkte sie in den Kommissionen des Bundesjustizministeriums zur Umsetzung der EU-Mediationsrichtlinie, zur Schaffung des deutschen Mediationsgesetzes und zu seiner Evaluierung mit. Sie ist Autorin und Herausgeberin mehrerer Fachbücher zur Mediation und gestaltet im Lehrgang die Webinare zur Rechtskunde. 

  • Grundlagen von Konfliktdynamik, Eskalation, Kommunikation und Mediation · Stressreaktion, Bedürfnisse, Triggerpunkte und Konfliktverhalten
  • Die Systemdynamik zwischen körperlichen, intrapsychischen, interpersonalen und organisationalen Spannungen
  • Reflexion eigener Konflikt- und Kommunikationsmuster
  • Haltungen und Methoden der mediativen Kommunikation · Grundlagen des systemischen Konfliktcoachings · Präsenz, Körperwahrnehmung, Awareness, Mindfulness und Mitgefühl
  • Auftragsklärung, Konfliktdiagnose und Prozessdesign
  • Mediationsrolle, Haltungen und Arbeitsbündnis · Basismethoden und Vereinbarungen
  • der mediative U-Prozess: Basismethoden, Prozessgestaltung, Entwicklung des transformativen Feldes, Empowerment und Recognition, Beziehungstransformation
  • Umgang mit Blockaden und starken Emotionen · Rollenreflexion und Selbststeuerung
  • Präsenz und Bewusstheit als Hilfen im Mediationsprozess
  • Mediationsarbeit mit dem gruppendynamischen Raum: Macht/Einfluss, Beziehungen, Normen und heimliche Spielregeln
  • typische Teamkonflikte · heiße, kalte und chronifizierte Teamkonflikte
  • Konflikte an Schnittstellen zwischen Teams und Bereichen
  • Führung und Teamzusammenarbeit als Konfliktpotenzial
  • Konfliktmoderation, transformative Arbeit mit dem mediativen U-Prozess, systemische Interventionen
  • feldorientiertes Wahrnehmen der Teamprozesse, Körperresonanz und intuitives Handeln
  • Ein differenziertes systemisches Organisationsmodell als Diagnosegrundlage
  • Konflikte im Zusammenhang von Identität, Strategie, Struktur, Funktionen, Führung und Zusammenarbeit, Arbeitsprozessen und physischen Mitteln
  • die fünf Diagnosedimensionen für die Bearbeitung komplexer Organisationskonflikte
  • systemische Mustererkennung
  • Konflikte in Change-, Restrukturierungs- und Kulturentwicklungsprozessen
  • Mediation mit mehreren Ebenen und Akteursgruppen
  • situationsgerechte Prozessarchitekturen
  • Übergang zur mediativen Organisationsentwicklung
  • Ausblick auf Konfliktmanagement-Systemdesign
  • Methodenvielfalt von Systemdiagnose bis Systemaufstellung und Contemplative Inquiry
Begleitend 

Online-Mediation – vier Webinare je drei Stunden und virtuelle Übungsgruppen, Techniken für virtuelle Mediation, Beziehungsgestaltung, Prozessführung und Visualisierung im virtuellen Raum, Körperpräsenz und Resonanz als Anker. 

Rechtskunde – drei Webinare je drei Stunden und Vertiefung der Rechtsthemen im gesamten Lehrgang:  Recht in der Mediation und Recht der Mediation, Mediationsgesetz und ZMediatAusbV, Vertragsgestaltung, Rechte, Pflichten und Haftung, Verfahrensgerechtigkeit, Besonderheiten der Wirtschaftsmediation. 

Virtuelle Übungsgruppen  – Zwischen den Modulen finden selbst organsierte Peer-Gruppen statt, die sich virtuell treffen und die Methoden üben und vertiefen. 

Was diesen Lehrgang besonders macht

Vom inneren Konflikt bis zur organisationalen Transformation

Sieben Arbeitsfelder bilden einen durchgängigen Entwicklungsweg:

1) Inneres Konfliktmanagement
2) Mediative Kommunikation
3) Konfliktcoaching
4) Mediation zwischen zwei Parteien
5) Teammediation
6) Organisationsmediation
7) Mediative Organisationsentwicklung

Diese Formate stehen nicht nebeneinander, sie bauen aufeinander auf und werden als Ebenen eines Mediationssystems verstanden. Das ist ein besonderer Ansatz dieser Mediationsausbildung.


Die psychische Innenwelt, das Feld der Kommunikation und das organisationale System miteinander vernetzen

Organisationskonflikten werden sichtbar in der Kommunikation zwischen Menschen. Sie sind immer verknüpft mit der psychischen Innenwelt der Beteiligten und den Dynamiken im organisationalen System. Im Feld der Kommunikation entfalten sich die sozialen Konflikte und dort können Lösungen gefunden werden. In dem Lehrgang lernst du, diese drei Ebenen zu unterscheiden und mit ihrer Wechselwirkung gezielt zu arbeiten: die psychische Innenwelt (Wahrnehmungen, Gedanken, Gefühle, Bedürfnisse, Schutz- und Abwehrhaltungen, Schatten-Energien), das Feld der Kommunikation (verbale Sprache, Körpersprache, Interaktionsmuster) und das organisationale System (Prozesse, Rollen und Funktionen, Strukturen, Macht, Strategie, kulturelle Kräfte). Wer nur psychologisch oder nur kommunikativ oder nur systemisch arbeitet, greift zu kurz.

Was du nach dem Lehrgang kannst

+ Konflikte differenziert diagnostizieren und in ihrem organisationalen Zusammenhang verstehen 
+ Aufträge, Rollen, Stakeholder und die erforderliche Interventionstiefe klären 
+ Schwierige Gespräche mediativ führen und einzelne Konfliktparteien coachen 
+ Mediationen zwischen zwei Parteien professionell gestalten; bis hin zu Versöhnungsprozessen 
+ Konfliktklärungen in und zwischen Teams sowie an organisationalen Schnittstellen durchführen 
+ Heiße wie kalte und chronifizierte Konflikte erkennen und bearbeiten 
+ Komplexe Organisationskonflikte analysieren und ein passendes Prozessdesign entwickeln 
+ Organisationale Muster hinter Konflikten sichtbar machen und Konfliktklärung mit Organisationsentwicklung verbinden 
+ Innerbetriebliche Konfliktmanagementsysteme anregen 
+ Körperliche und emotionale Resonanz als professionelle Wahrnehmungsquelle nutzen 

Für wen der Lehrgang gedacht ist 

Für wen der Lehrgang gedacht ist 

Der Lehrgang richtet sich an Menschen, die in Organisationen verantwortlich sind für die Gestaltung von Führung und Zusammenarbeit und den dabei auftretenden Konflikten und an Menschen, die Konflikte in Organisationen professionell bearbeiten wollen: 
Organisationsinterne Mediatoren und Konfliktberater 
Führungskräfte und Projektverantwortliche, besonders in Veränderungsprozessen 
HR- und OE-Verantwortliche 
Organisations- und Unternehmensberater, Coaches, Supervisoren Trainer 
Mediatoren, die ihre Kompetenz in Team- und Organisationsmediation vertiefen wollen 
Verantwortliche betrieblicher Konfliktstellen, Betriebs- und Personalräte, Gewerkschafter 
Rechtsanwälte und Psychotherapeuten mit organisationalem Arbeitsfeld 
Fach- und Führungskräfte aus Familienunternehmen und Unternehmerfamilien 
 
Für Neueinsteiger ist der Lehrgang eine Grundausbildung in Mediation. Erfahrene Mediatoren und Berater vertiefen vor allem transformative Mediation sowie systemische Team- und Organisationsmediation und die innere Entwicklung als Mediator.  
Aufnahmevoraussetzungen: In der Regel Mindestalter 28 Jahre, Studium und/oder entsprechende Berufsausbildung sowie Erfahrungen in der Gestaltung von Gruppenarbeit. Berufserfahrungen in Organisationen. 
Aufnahmeverfahren: Nach der Anmeldung findet ein Aufnahmegespräch mit Rudi Ballreich statt. 


Die psychische Innenwelt, das Feld der Kommunikation und das organisationale System miteinander vernetzen

Organisationskonflikten werden sichtbar in der Kommunikation zwischen Menschen. Sie sind immer verknüpft mit der psychischen Innenwelt der Beteiligten und den Dynamiken im organisationalen System. Im Feld der Kommunikation entfalten sich die sozialen Konflikte und dort können Lösungen gefunden werden. In dem Lehrgang lernst du, diese drei Ebenen zu unterscheiden und mit ihrer Wechselwirkung gezielt zu arbeiten: die psychische Innenwelt (Wahrnehmungen, Gedanken, Gefühle, Bedürfnisse, Schutz- und Abwehrhaltungen, Schatten-Energien), das Feld der Kommunikation (verbale Sprache, Körpersprache, Interaktionsmuster) und das organisationale System (Prozesse, Rollen und Funktionen, Strukturen, Macht, Strategie, kulturelle Kräfte). Wer nur psychologisch oder nur kommunikativ oder nur systemisch arbeitet, greift zu kurz.

Drei Wege mit unterschiedlicher Tiefenwirkung

Es gibt nicht das eine richtige Mediationsverfahren. Du lernst drei Wege und vor allem, ihre Reichweite und Grenze einzuschätzen:

Lösungsfokussierte Konfliktmoderation:
durch eine klare Prozesssteuerung vom Problem direkt zur Lösungsfindung kommen. Für Konfliktsituationen, in denen ein pragmatisches Vorgehen genügt.

Transformative Mediation :
der mediative U-Prozess mit den Schritten Sichtweisen, Gefühle Bedürfnisse, Handlungen. Die Auflösung der Konfliktspannungen geschieht, wenn sich die Streitenden mit den Emotionen ihrer nichterfüllten Bedürfnisse ehrlich begegnen und gegenseitig empathisch verstehen. Festgefahrene Beziehungsmuster verändern sich dadurch und Versöhnung wird möglich.

Systemisch-tiefenorientierte Mediation:
unbewusst wirkende Muster bearbeiten: destruktive Interaktionsschleifen, Schutz- und Abwehrarrangements, Rollenzuschreibungen, heimliche Spielregeln und „Spiele“, Loyalitäten, Tabus. Mit szenischen, visualisierenden und aufstellungsorientierten Verfahren.
Präsenz und Bewusstseinsarbeit als Kernkompetenz
In der Mediation ist die Person des Mediators* die wirksamste Kraft im Feld, wirksamer als jede Technik. Deshalb ist ein innerer Entwicklungsweg durchgängig in die Ausbildung integriert. Die Leitfrage: Welche persönlichen Fähigkeiten brauche ich, um das Mediationshandwerk gut auszuüben?

Mit Gefühlen und Bedürfnissen arbeiten, nicht nur darüber sprechen. Sie zu verstehen ist eine Sache. Sie zu fühlen und andere darin zu begleiten, eine andere.

Wärme in kalte Konflikte bringen. Wo Angst, Misstrauen und Erstarrung vorherrschen, braucht es echtes Mitgefühl und Mitgefühl kann entwickelt werden.

Die eigenen Trigger kennen. Der Weg führt durch deine persönlichen Muster und empfindlichen Stellen. Diese Arbeit findet in einem geschützten Rahmen statt, mit Respekt vor deinen Grenzen und dem Prinzip der Freiwilligkeit.

Auseinandersetzung mit „dem Schatten“. In stärker eskalierten Konflikten kommen dunkle Seiten der Menschen zum Vorschein, die jeder Mensch in sich hat und als Schatten seines positiven Selbstbildes verbergen will. Zur Entwicklung von Mediationskompetenz braucht es die Auseinandersetzung mit diesen dunklen Seiten der eigenen Person.

Präsent auf andere bezogen sein: Wenn es in der Mediation emotional wird (heiß oder kalt), dann entscheidet die Präsenz der Mediatoren, ob der Raum der Klärung gehalten werden kann oder ob er zusammenbricht. Deshalb ist die Entwicklung von Präsenz, Bewusstheit und Mitgefühl von hoher Bedeutung für die Entwicklung von Mediationskompetenz.
 
Genutzt werden Präsenz-, Awareness- und Mindfulness-Training, Mitgefühlsübungen sowie Methoden aus Gestaltarbeit, Psychodrama und systemischer Arbeit, soweit sie für die Konfliktarbeit relevant sind. Contemplative Inquiry ist zur Selbsterforschung der persönlichen Themen, aber auch zur vertieften Untersuchung von Konfliktsituationen sehr wertvoll. Auch erfahrene Mediatoren vertiefen durch diese innere Arbeit ihr Handwerk; nicht über weitere Techniken, sondern über die Arbeit an sich selbst.

Präsenz und Bewusstseinsarbeit als Kernkompetenz 

In der Mediation ist die Person des Mediators* die wirksamste Kraft im Feld, wirksamer als jede Technik. Deshalb ist ein innerer Entwicklungsweg durchgängig in die Ausbildung integriert. Die Leitfrage: Welche persönlichen Fähigkeiten brauche ich, um das Mediationshandwerk gut auszuüben? 

Mit Gefühlen und Bedürfnissen arbeiten, nicht nur darüber sprechen. Sie zu verstehen ist eine Sache. Sie zu fühlen und andere darin zu begleiten, eine andere. 

Wärme in kalte Konflikte bringen. Wo Angst, Misstrauen und Erstarrung vorherrschen, braucht es echtes Mitgefühl und Mitgefühl kann entwickelt werden. 

Die eigenen Trigger kennen. Der Weg führt durch deine persönlichen Muster und empfindlichen Stellen. Diese Arbeit findet in einem geschützten Rahmen statt, mit Respekt vor deinen Grenzen und dem Prinzip der Freiwilligkeit. 

Auseinandersetzung mit „dem Schatten“. In stärker eskalierten Konflikten kommen dunkle Seiten der Menschen zum Vorschein, die jeder Mensch in sich hat und als Schatten seines positiven Selbstbildes verbergen will. Zur Entwicklung von Mediationskompetenz braucht es die Auseinandersetzung mit diesen dunklen Seiten der eigenen Person. 

Präsent auf andere bezogen sein: Wenn es in der Mediation emotional wird (heiß oder kalt), dann entscheidet die Präsenz der Mediatoren, ob der Raum der Klärung gehalten werden kann oder ob er zusammenbricht. Deshalb ist die Entwicklung von Präsenz, Bewusstheit und Mitgefühl von hoher Bedeutung für die Entwicklung von Mediationskompetenz. 
 
Genutzt werden Präsenz-, Awareness- und Mindfulness-Training, Mitgefühlsübungen sowie Methoden aus Gestaltarbeit, Psychodrama und systemischer Arbeit, soweit sie für die Konfliktarbeit relevant sind. Contemplative Inquiry ist zur Selbsterforschung der persönlichen Themen, aber auch zur vertieften Untersuchung von Konfliktsituationen sehr wertvoll. Auch erfahrene Mediatoren vertiefen durch diese innere Arbeit ihr Handwerk; nicht über weitere Techniken, sondern über die Arbeit an sich selbst. 

Online-Mediation

In dieser Ausbildung lernst du, Mediationen professionell im virtuellen Raum durchzuführen. Im Fokus stehen Gesprächsführung und Präsenz im Online-Setting, der Aufbau von Beziehung und Vertrauen sowie die digitale Umsetzung bewährter Mediationsmethoden und Visualisierungstechniken. In praxisnahen Übungen und Rollenspielen wendest du das Gelernte direkt an. Ergänzend erhältst du wichtiges Wissen zu technischen Voraussetzungen, geeigneter Hardware und Datenschutz. 

KI als Reflexionspartner:  

KI wird dort eingesetzt, wo sie Wahrnehmung, Hypothesenbildung und Vorbereitung unterstützt. Bei der Strukturierung von Fallinformationen, der Prüfung von Konflikthypothesen, der Vorbereitung von Auftragsklärung und Prozessdesign, als Konflikt-Navigator. Nicht als Ersatz für professionelles Urteil oder menschliche Begegnung. 

So lernst du 

Theorie, methodisches Training, persönliche Entwicklung und Anwendung in der eigenen Praxis greifen ineinander: 

+ fundierte Modelle der Konfliktforschung, der Affektlogik, der Stressforschung und der Systemtheorie 
+ Live-Demonstrationen konkreter Mediations- und Beratungssituationen 
+ Übungen und Rollenspiele mit intensivem Feedback 
+ Arbeit an eigenen Konfliktsituationen und Praxisfällen 
+ Präsenz-, Wahrnehmungs-, Körper- und Awarenesstraining 
+ szenische, visualisierende und aufstellungsorientierte Arbeitsformen 
+ Peercoaching und Intervision zwischen den Modulen 
+ begleitete Praxisanwendungen und Arbeit an eigenen Fällen 

Die Lerngruppe als Erfahrungsraum. Der Lehrgang vermittelt nicht nur Wissen über Konflikte. Die Gruppe wird selbst zum Erfahrungsraum für Kommunikation, Unterschiedlichkeit, Macht, Gruppendynamik und Konfliktklärung. Über die lange gemeinsame Lernzeit entstehen Vertrauen, differenzierte Rückmeldungen und wiederholte Möglichkeiten, eigenes Verhalten zu erproben. 

Das Concadora-Lernökosystem.

Das Lehrgangszertifikat 

Wer alle Präsenzmodule und Webinare absolviert hat, erhält das Zertifikat „Konfliktmanagement und systemische Organisationsmediation“ von Concadora. Es weist alle Inhalte und den zeitlichen Umfang des Lehrgangs aus. 

Der Weg zum Titel „Zertifizierte/r Mediator/in”  

Für die Anerkennung nach dem deutschen Mediationsgesetz sind zusätzlich fünf supervidierte eigene Mediationsfälle spätestens drei Jahre nach Beendigung des Ausbildungslehrgangs nachzuweisen. Diese Supervision ist nicht Teil der Lehrgangsgebühr und wird separat berechnet. 

+ Concadora bietet die Einzelfallsupervision an, du kannst sie direkt bei Concadora buchen. 
+ Du kannst die Supervision auch bei anderen qualifizierten Supervisoren absolvieren und den Nachweis bei Concadora einreichen. 
 
Wer fünf supervidierte Fälle nachweist, erhält das abschließende Zertifikat, das alle Anforderungen des deutschen Mediationsgesetzes und der ZMediatAusbV abdeckt. Damit darfst du die Bezeichnung „Zertifizierter Mediator nach dem deutschen Mediationsgesetz“ führen. 
Anerkennung durch Mediationsverbände  

Der Concadora Zertifikatslehrgang legt die Grundlage für die Anerkennung durch die Mediationsverbände in Deutschland (BMWA®, BM e.V.), der Schweiz (SDM) und des österreichischen Bundesministeriums für Justiz. Die Inhalte entsprechen den Richtlinien der genannten Verbände und des österreichischen Justizministeriums. Für eine Anerkennung sind allerdings jeweils unterschiedliche zusätzliche Leistungen erforderlich, wie weitere Module, eine schriftliche Abschlussarbeit oder ein Abschlusskolloquium. Näheres findet sich auf den Webseiten der einzelnen Mediationsverbände und des Bundesministeriums für Justiz in Österreich. 

Kompensation von Fehlzeiten:  
Wer eine Präsenzveranstaltung versäumt, kann diese im nachfolgenden Lehrgang nachholen oder auch anderweitig kompensieren.  

Grundlegende Publikationen 

Diese Publikationen sind in der Teilnahmegebühr enthalten und werden den Teilnehmenden zur Verfügung gestellt: 

Ballreich, Rudi / Glasl, Friedrich (2025): Praxishandbuch Konfliktmanagement und Mediation in Organisationen. Göttingen 

Ballreich, Rudi / Glasl, Friedrich (2020): Mediation in Bewegung. Ein Lehr- und Übungsbuch zu den Grundlagen der Mediation. Stuttgart 

Ballreich, Rudi (Hrsg.) (2020): Systemische Perspektiven. Die Pioniere der systemischen Beratung im Gespräch. Stuttgart 

Huber, Erwin (2014): Mut zum Konflikt. Organisationsmediation in Praxisfällen. Stuttgart 

Rickert, Anne (2023), Online-Mediation – Konfliktklärung im virtuellen Raum. Wiesbaden. 

Prof. Dr. Lenz, Cristina (2012), Konflikt, Kooperationen, Konsens. Berlin 
 

Eine gewachsene fachliche Grundlage

Der Lehrgang führt den Ausbildungsansatz fort, den Rudi Ballreich gemeinsam mit Friedrich Glasl seit 2004 konzipiert und bis 2023 geleitet hat. Daraus entstanden die gemeinsamen Standardwerke „Mediation in Bewegung“ und das „Praxishandbuch Konfliktmanagement und Mediation in Organisationen“ sowie der zehnstündige Lehrfilm „Konfliktbearbeitung mit Teams und Organisationen“, in dem die Methoden in realistischen Situationen demonstriert werden. Diese Verbindung von Konflikttheorie, systemischem Organisationsverständnis und anschaulicher Methodendemonstration ist in der Mediationslandschaft einmalig – und sie ist die Basis dieser Ausbildung. Die Bücher und der Film sind in der Teilnahmegebühr enthalten.

FAQ

Weitere Informationen auf einen Blick

Die Unterstützung durch das Concadora Lern-Ökosystem

Die Trainingsprozesse werden unterstützt durch das einzigartige und ganzheitliche Lern-Ökosystem von Concadora.

Der Concadora Campus

  • Ein modernes Lernmanagementsystem, in dem alle Unterlagen und Informationen zugänglich sind
  • Der Concadora Campus ist durch die ConcaSpace® App oder über den PC zugänglich

Die ConcaSpace® App

  • Anleitungen zur Selbstreflexion, zur Meditation und zu den Mindful Movements
  • Zugang zu weiterführenden Videos und Artikel

Concadora Videothek

Lehrvideos, Demo-Videos, Praxisdarstellungen und Forschungsberichte rund um Organisationsentwicklung, Führung und Mediation.

Praxiskarten

Die zentralen Themen auf den Punkt gebracht und in einem Denkbild verdichtet – zum Erinnern und als Anregung zur Umsetzung von Schlüsselmethoden des Lehrgangs

Reflexionsbuch: Gespräche mit mir selbst

Der persönliche Entwicklungsweg in dem Lehrgang hängt sehr stark mit Selbstwahrnehmung, Selbstreflexion und letztlich mit der Fähigkeit zum Gespräch mit sich selbst zusammen. Dieses Buch unterstützt diesen Prozess.

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